[REZENSION] Am Ende sterben wir sowieso - Adam Silvera

08:51



"Was wäre, wenn das Schicksal bei dir anklopft, um dich vor deinem bevorstehenden Tod zu warnen? Am 5. September, kurz nach Mitternacht, bekommen Mateo und Rufus einen solchen Anruf. Von der »Death Cast«, die die undankbare Aufgabe hat, ihnen die schlechten Neuigkeiten zu überbringen: Sie werden heute sterben. Noch kennen sich die beiden nicht, doch aus unterschiedlichen Gründen beschließen sie, an ihrem letzten Tag einen neuen Freund zu finden. Die gute Nachricht lautet, dass es dafür eine App gibt: Sie heißt ›Last Friend‹ und durch sie werden sich Rufus und Mateo begegnen, um ein letztes großes Abenteuer zu erleben – und um gemeinsam ein ganzes Leben an einem einzigen Tag zu verbringen."









Diese hoffnungslose Geschichte hat mir Hoffnung gegeben, obwohl ich nicht mal wusste, dass ich welche brauche. Sie ist so klar. Ich wurde ganz ruhig beim lesen, als hätte ich gewusst, dass ich aufpassen muss - dass ich etwas wichtiges lesen - an das ich mich immer erinnern soll. Die Geschichte ist nicht intensiv, es ist nicht so , dass sie mich gefordert hätte, dass ich jedes Gefühl der Protagonisten fühlen musste - aber ich war die ganze Zeit in der Geschichte , ich bin mit ihnen mitgelaufen, ich hab selbst gefühlt- die Beiden haben mich fühlen lassen. Meine Gefühle, für mich. Wegen ihnen. Auf so vielen Postkarten steht, dass man leben soll, als wäre heute der letzte Tag, so viele Bücher behandeln dieses Thema - aber wie oft tun wir es wirklich? Wer hat sich denn noch nicht gefragt , was er tun würde wenn heute sein letzter Tag wäre? Wie oft erinnern wir uns dann an unsere imaginäre Liste mit unseren To Dos? Wie oft nennen wir Dinge, die wir unbedingt noch machen wollen , aber uns bis dahin die Zeit fehlte, der Mut, das Geld? Und was würden wir von diesen Dingen tatsächlich tun? Dieses Buch hat mich nicht motiviert. Dieses Buch hat in mir nicht diesen verzweifelten Wunsch geweckt, morgen eine Weltreise zu machen - wie es diese Postkarten und die anderen Bücher immer tun. Die kurzen Momente, in denen man dieses unerträgliche Verlangen hat zu leben. Als würde man es nicht tun. Dieses Buch hat mir viel mehr gezeigt, dass ich lebe. Dieses Buch hat in mir den Wunsch geweckt, die beste Version von mir selbst zu sein. Tag für Tag - so lange ich es kann. Und das ist so viel mehr. Dieses Buch macht einen mutig, legt den Fokus auf die kleinen wichtigen unbezahlbaren Dinge. Dieses Buch macht einen dankbar. Und ich bin vor allem dem Autor dankbar für diesen kostbaren Schatz auf 361 Seiten , auf diese beiden Charaktere, die einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben werden und auf seine ganz ehrliche Art zu schreiben.Diese Geschichte hat so selbstverständlich angefühlt durch die Sicherheit mit der Adam sie erzählt. Und es ist wieder eins dieser Bücher, die die Welt ein bisschen besser machen - wenn nur genug Leute es lesen und sich die Botschaften zu Herzen nehmen . Fühlen. Verinnerlichen. Ich könnte mindestens 20 dieser Botschaften des Autors aufzählen, die er in seiner Geschichte eingebaut hat - Wahrheiten die so klar sein sollten - die wir aber viel zu oft vergessen, die wir viel zu selten berücksichtigen- die wir viel zu selten Leben. Ein Buch, das Mut schenkt, Hoffnung , Augen öffnet und uns unsere Fehler zeigt ohne zu verurteilen. Adam kritisiert in diesem Buch , er hinterfragt- er stößt uns auf Antworten , deren fragen wir uns täglich stellen und nie vergessen sollten. "Am Ende sterben wir sowieso" hat mich erinnert und ich werde es hoffentlich nie vergessen.

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