[REZENSION] HeartBreak Letters - Lauren Strasnick

08:39





"Ihr erstes Date im Lieblingscafé, Küsse unter dem Sternenhimmel - romantischer hätte Dans und Natalies Liebesgeschichte nicht anfangen können. Doch jetzt, ein paar Monate später, will Dan nichts mehr mit seiner Psycho-Ex zu tun haben. Nat schickt ihm verstörende Briefe, in denen sie ihn als miesen Betrüger hinstellt. Dan wird das Gefühl nicht los, dass Nat einen heimtückischen Racheplan verfolgt .."







"Lügen Lügen Lügen Lügen
Du hast mir wehgetan."



Hätte ich diese Rezension gestern Abend direkt nach dem lesen verfasst ,
wäre sie ganz anders gewesen.

Ich würde euch gerne die Sprachmemo zeigen, die ich meinen Mädels geschickt habe, in der ich völlig hysterisch war, aufgebracht und immer wieder betont habe wie wenig Sinn dieses Buch für mich macht.
Jetzt hab ich eine Nacht drüber geschlafen, hab gestern Abend jede Sekunde über dieses Buch nachgedacht und ja manche Bücher brauchen wohl Zeit um zu wirken. Ich brauchte eine gewisse Distanz um zwischen den Zeilen zu lesen.
Ich hab mich intensiv mit diesem Buch beschäftigt und ja es hat geholfen, aber mein Lieblingsbuch wird es wohl trotzdem nicht.
Fangen wir aber von vorne an.

Der Klappentext fühlt sich jetzt für mich nach dem Lesen nicht richtig an.
Er gab mir ein falsches Gefühl für die Geschichte. ich war schon voreingenommen was Nathalie betraf.
Ob es was geändert hätte, wenn ich ihn nicht gelesen hätte? 
Ich weiß es nicht, aber leichter wäre es für mich definitiv gewesen.

Das Buch beginnt mit Briefen, die Natalie an ihren Exfreund Dan schreibt.
In den Briefen beschreibt sie ihre Beziehung von Anfang bis zum Ende und erklärt dabei wie sie sich gefühlt hat
- wie sie die Dinge wahrgenommen hat.
Danach springt man immer zu Dan in die Gegenwart, wird mit seinen Reaktionen und Gedanken konfrontiert.
Das hat es mir zu Beginn fast unmöglich gemacht irgendeinen Zugang zu den Charakteren zu finden. 
Der Beginn ihrer Beziehung, wie sie dargestellt wurde war für mich schon alles andere als nachvollziehbar. Vielleicht weil ich keine Beziehung zu ihnen aufbauen konnte ? Für mich war das keine romantische Beziehung, ich hab sofort die Fehler gesehen - jetzt im Nachhinein, nach den tausend Gedanken die ich mir gemacht habe weiß ich, dass es ein Teil der Botschaft der Autorin ist - als Außenstehender ist es immer so leicht zu durchschauen oder?
Aber dazu werde ich später noch kommen.

Zwischen den Briefen von Nathalie und den Reaktionen von Dan ,gibt es immer wieder SMS und Emails, aus der Vergangenheit mit anderen Personen, die für mich fast bis wenig Sinn gemacht haben.
Ich kannte die Personen nicht, ich kannte Dan und Natalie immer noch nicht und inzwischen war aus meiner neutralen und verwirrten Haltung auch eher eine Abneigung gegenüber den Charakteren entstanden. Ich hatte keinerlei Verständnis für Nathalies Handlung, ich fand alles zu extrem. Ich mochte sie nicht, ich fand ihr Verhalten absolut krankhaft und ungesund.

Auf Seite 102 von 284 wollte ich wirklich abbrechen. Ich war genervt und auch wenn ich irgendwie zu Dan stand, sympathisch war er mir trotzdem nicht.

Kennt ihr dass wenn ihr euch ständig fragt warum ihr euch quält ? 
Ich hab es mich ziemlich oft gefragt, aber konnte mir eine Antwort geben 
- ich wollte verstehen! Und irgendwann war ich dann so weit, dass sich abbrechen nicht mehr gelohnt hätte und ich wollte das Ende lesen, ich wollte auch die letzten Puzzleteile!
 Also kann man von einem gewissen Sog brechen , den ich während dem Lesen aber eher als negativ wahr genommen habe.
Und hier schreibe ich extra WÄHREND dem Lesen.

Ich hab also zu Ende gelesen.
Ich hab eine Liebesgeschichte von zwei jungen Menschen durchlebt, die verkorkst, kaputt, unehrlich und in meinen Augen völlig Falsch war.
Ich hab aber auch Momente mit einer mir immer noch unsympathischen Protagonisten durchlebt, die verliebt war. Ich möchte nicht sagen, dass ich unbedingt Verständnis hatte, aber ich konnte mitfühlen.
Und da liegt mein größter Kritikpunkt.


Inzwischen weiß ich, was die Autorin mit diesem Buch zeigen wollte - was ich verstehen sollte. 
Allerdings war es mir persönlich beim Lesen völlig unmöglich eine Beziehung aufzubauen - ich hatte immer wieder Momente mit Nathalie und diese Momente hatte ich auch mit Dan. Mal war ich ihr zugeneigt, mal ihm.
Die Autorin hat in meinen Augen hier versucht die negativen Seite von Liebe aufzuzeigen. Wie wir uns verhalten, wenn wir verliebt sind.
Wie sehr Liebe uns verändert und das nicht immer nur ins Positive. Sie hat über Liebeskummer und Trennungsschmerz geschrieben. Von den unschönen Dinge einer Beziehung. Von einer ungesunden Liebe.
Und ich finde diese Idee großartig!

Allerdings war diese Liebe für mich von Anfang keine Liebe.
Sie hat ihre Figuren zu extrem handeln lassen, zu verrückt möchte ich fast schon sagen.
Was auch noch völlig ok gewesen wäre, wenn sie sich zum Ende hin nicht klar zu einer Seite bekannt hätte. Das Ende war für mich absolut nicht nachvollziehbar. Wie sie die Geschichte enden gelassen hat war der Grund weshalb ich die Geschichte nicht sofort begriffen habe. 
Alles Positive was ich bis dahin in Gedanken vermerkt hatte - die Charakterentwicklung, das intelligente Spielen mit dem Leser, den Zwang den man als Leser hatte sich selber zu fragen " wie hätte ich reagiert" - war für mich mit dem Ende einfach weg.

Ich hätte mir mehr gewünscht - irgendwie mehr  "echte" Gefühle.
Hätte diese Geschichte mehr Tiefe gehabt, hätte sie nicht von Anfang an so falsch und wirr auf mich gewirkt und hätte die Autorin mir stärker die Möglichkeit gegeben zu den Charakteren zu finden - wäre "Heartbreak Letter" ein Buch, dass ich meinen Freunden schenken würde.


Und das hat sich jetzt alles nur negativ angehört.
Aber diese Buch hat es geschafft, dass ich stundenlang darüber nachgedacht habe - es hat mich beschäftigt.
Die Message kam bei mir an, wie ich finde eine wichtige - aber leider FAST schon zu spät. 
Dieses Buch ist glaub ich ein Buch, dass jeder anders wahrnehmen wird - die Botschaft wird aber immer ankommen.
Ich glaube es kann Trost spenden und es kann helfen sein eigenes Handeln in gescheiterten Beziehungen zu überdenken .
Und jetzt muss ich die Frage von oben nochmal aufgreifen " Hätte es etwas geändert, wenn ich den Klappentext nicht gelesen hätte?" Nicht unbedingt, aber ich wäre viel unvoreingenommener an die Geschichte ran gegangen und hätte mich nicht sofort gegenüber der Geschichte verschlossen - hätte nicht sofort Vorurteile gehabt und mein eigenes Bild der Geschichte entwickelt.

Die Kritikpunkte hätte ich auch dann gesehen - es wäre mir immer noch ein bisschen zu wenig gewesen und das Verhalten oft zu viel, aber es wäre ein Buch gewesen, dass ich trotzdem klar weiterempfohlen hätte.

Wenn ihr dieses Buch lesen wollt und ich bin wirklich der Meinung, dass ihr euch eure eigene Meinung bilden solltet ( wie immer!!) - macht nicht den gleichen Fehler wie ich.
Nimmt euch beim Lesen Zeit, versucht direkt zwischen den Zeilen zu lesen - seit offener für die Charaktere und blenden das Gefühl aus, dass der Klappentext euch eventuell vermittelt,
denn ich bin jetzt der Meinung, dass dieses Buch trotz meiner Kritikpunkte und meiner unentschlossenen Gefühle sehr viel Leute erreichen wird!

You Might Also Like

1 Kommentare

  1. Mhm, das klingt ja auf jeden Fall nach einem Gefühlschaos. Ich habe das Buch bereits neben mir liegen und hatte es demnächst geplant, aber jetzt gehe ich da mit einem ganz anderen Blickwinkel dran. Danke für die Rezension, ich glaube sie wird mir beim Lesen helfen! :)
    Liebst, Lara von Fairylightbooks :)

    AntwortenLöschen